Hüttenbuch

26. September - Fridolin

74569-1

Was soll jetzt diese Zahl?

Ja, diese Frage ist natürlich berechtigt. Um dafür zu antworten muss ich auf letzes Jahr zurück blicken. Als ich im Spätsommer letztes Jahr durchs Val Bever nach Hause gefahren bin, ist mir ein Rind aufgefallen, welches sehr stark hinkte. Und so meldete ich dies, sobald ich Natelempfang hatte, dem Alpmeister. Und dank dieser Nummer konnte das Rind besser und schneller gefunden und zugeordnet werden. Vor ein paar Tagen sind ja Claudia und ich zusammen hinaus gefahren und wieder sind wir auf die gelben Nummern der Tiere "gestossen". Piercing für die Vierbeiner. Ob sie es wollen oder nicht. Und so kamen wir von einer Idee zur Anderen. Ja - die Tiere werden, kaum geboren, gepierct und schon sind sie in der schweizweiten Datenbank erfasst. Und nun kommst, wie weit kann man damit alles zurück verfolgen. Kommt es soweit, dass wir wissen (wollen), von welchem Tier mein Rindsfilet auf meinem Teller ist? Und gestern beim Autofahren von Bergün nach Samedan kam ein Hörspiel im Radio, welches Commissario Brunetti handelte und dieser hatte einen Fall zu behandeln, welcher sich genau um diese Problematik handelte. Ein Tierarzt, welcher im Schlachthof die Tiere frei geben soll, ob sie gesund sind oder eben nicht. Spannend. Und diese Nummern treiben meine Gedanken eben so weit, ob es bald nicht auch bei uns soweit ist, ob uns bei der Geburt ein Chip implementiert wird und auf diesen können dann alle unsere Karten gespeichert werden. Wäre ja viel einfacher, sind wir doch sowieso schon bald 24 Stunden online. Und überwacht werden wir dadurch sowieso, nur ohne dass wir alle unsere Plastikkarten wegwerfen könnten. Heute noch ein Riesenaufschrei und in zwanzig Jahren Standard. Wer hätte vor zehn Jahren gedacht, dass wir in ein Stadtpostauto einsteigen, welches ohne Chaffeur fährt? Wer hätte gedacht, dass die Post bald mit einer Drohne geliefert wird? Ist das die Welt, wo wir uns noch wohl fühlen? Wohl kaum! Wir werden unter den Kosten für das Gesungheits- und Sozialwesen weiter ächzen, aber was machen wir dagegen? Genau - wir arbeiten noch mehr, damit wir uns das alles leisten können. Wäre endlich ein bisschen weniger nicht mehr? Wenn es uns dann zusammen haut, wo sind dann die Chef's, welche solchen Druck machten und uns motivierten immer noch mehr und noch mehr zu leisten? Sehr viel werden wir mit Boni gelockt und wer kann solchen Zückerchen schon widerstehen? Ich kann mir ja dadurch noch Dieses und Jenes leisten. Wie weit drehen wir noch an dieser Spirale? 

Wir haben vor vielen Jahren entschieden, dass wir eine andere Schiene fahren und sind glücklich diese Weiche noch zum richtigen Zeitpunkt gefunden zu haben. 

Arbeitsweg

Wer kann von sich behaupten, so einen schönen Arbeitsweg zu haben? Wenn ich im Radio höre, dass jeden Tag von den Stau's rund um Zürich und beim Gotthard Süd- und Nordportal gesprochen wird, und wenn ich daran denke, wie viele Arbeitsstunden (=Wertschöpfung) vernichtet wird, so komme ich wieder zum Schluss => etwas Weniger ist Mehr!

Herzliche und sonnige Grüsse aus der Jenatschhütte, wo wir heutige wieder die Dreharbeiten für die Hüttengeschichten von SRF1 weiter drehen werden. Wir freuen uns auf des Team von SRF.

Fridli, Jeannine und Claudia, welche den Drehtag in Chur beginnt.

 

Aktuelle Verhältnisse

26.09.2017 08:05 Uhr -

Temperatur: 1°

 

Himmel: strahlend blau

 

Zustiege: Spinas schneefrei, zum Julierpass teilweise schneebedeckt aber gespurt, zur Fuorca Suvretta schneebedeckt

 

Wind: still

 

Hüttenbelegung

Die Hütte ist bewartet. Es sind für heute Abend 0 Plätze reserviert. Wir haben heute also noch Platz für Übernachtungen.

Claudia Drilling und Fridolin Vögeli

081 833 29 29         info@jenatsch-huette.ch

775'350 / 155'675 .