Das Wetter wurde für diese Woche etwas durchzogen angesagt. Es waren nicht so viele Gäste angemeldet, deshalb ist Jill am Sonntag Morgen runter ins (immer noch warme) Tal. Unsere Agaven draussen haben sogar ihren ersten Sommer überlebt und sehen wieder nicht-mal-so-schlecht aus.

Gestern war nochmals ein richtig schöner Sonntag im Spätsommer und Jachen war zu Besuch. Zusammen mit Andrea und Simon konnten wir so nochmals geniessen auf der Terrasse. Nur der Wind ist schon beissend wie im Herbst. Heute war das Wetter wie im April, mal Sonne mal Nebel mal Graupel mal Schnee, aber immer wieder dazwischen herrlichste Herbststimmung mit dem goldenen Gras und den roten Blättern. Aber trotz dem etwas durchzogenen Wetter lassen sich die Gäste nicht abschrecken. Gestern war bei warmem Sonnenschein ein einzelner Tagesgast auf Besuch, der um 16 Uhr noch Rösti und Knödel bestellt hat. Um 17 Uhr ist er dann wieder in Richtung Suvrettapass aufgebrochen, da sein Zelt da stand. Er ist zwar schon von da aus zu uns gelaufen, wollte dann aber noch wissen, ob er es vor Einbruch der Dunkelheit zurück zum Zelt schaffen wird, da er seine Stirnlampe im Zelt vergessen hat. Wir haben schon gesehen, dass er eher langsam zu uns geschlandert kam und ist dann auch wieder ohne Eile losgelaufen. Aber da wir nichts von einer Bergrettung gehört haben, hat er es wahrscheinlich hoffentlich gut zum Zelt geschafft.

Nicht geschafft haben es zwei Steinböcke. Besser gesagt: eine Steingeiss und ein Steinbock. Gestern sind wie jedes Jahr zwei Steinbockjäger zu uns auf die Hütte gekommen. Heute bei Tagesanbruch ist die Steinwildjagd eröffnet worden. Die zwei Jäger sind bei Wind, Nebel und Regen losgezogen in Richtung Piz d’Err. Nach ein paar Aufhellungen hat es dann gegraupelt, danach wurde es freundlich und die Sonne hatte immer längere Auftritte. Und genau bei diesem schlechten Wetter hatten wir doch 3 Tagesgäste (und ein Hund), die zu uns gewandert sind. Zwei haben sich eine warme Suppe in der Stube gegönnt, der dritte ist nach dem obligaten Foto am Wegweiser direkt weitergezogen.
Die zwei Jäger sind etwas knapp, aber noch auf’s Nachtessen wieder in die Hütte gekommen. Gestrahlt haben sie. Von der Cresta Jenatsch aus haben sie passende Steinböcke beim Gletschersee Richtung Agnel gesehen. Auf dem Weg dort hin sind sie dann aber an weiteren Steinböcken vorbei gekommen. Und zwei davon waren leider auch im passenden Alter. Also ‘leider’ aus der Sicht dieser zwei Tiere. So ist die Steinbockjagd für dieses Jahr auf der Jenatsch nach nur einem Tag schon vorbei.

Ein Montag im Oktober